Start Chronik der Garnison
17 | 11 | 2019
Chronik der Garnison

altWer bei der Einweihung der Hahnenkamm-Kaserne am 13.April 1973 die Selbstverständlichkeit der Anwesenheit von Soldaten in  Heidenheim sah, konnte sich nur schwer vorstellen, mit welchen Schwierigkeiten die Errichtung der Garnison begleitet war.

1959 bewarb sich die Marktgemeinde Heidenheim für den Bau einer Kaserne mit der Erwartung eines wirtschaftlichen Aufschwungs. Im Folgejahr kam es jedoch seitens der Bevölkerung zu einen ständigen Pro und Kontra. Im Jahre 1961 beschloss dann das Verteidigungsministerium die Errichtung. Bereits 1963 entstanden die ersten Bauten. 1964 wurde die Staatsstraße verlegt und 1966 begann man mit dem Bau der Wohnsiedlung. Probleme traten beim Erwerb des Geländes für den Standortübungsplatz auf, sodass am 10. November 1967 die Bautätigkeiten wieder eingestellt wurden. Erst im Mai 1969 führte man sie wieder weiter.

Im Oktober und November 1972 kamen dann die ersten Soldaten der PzJgKp 530 ( ab 1.1.1981 PzJgKp 560 ), 3./InstBtl 500 ( ab 1.10.1975 3./InstBtl 10 ) und das Vorkommando des Panzerbataillons 303 in die Kaserne. Die Standortverwaltung hatte sich bereits Anfang September eingerichtet.

altAm 13. April 1973 wurde die Kaserne schließlich offiziell eingeweiht. Sie erhielt den Namen „Hahnenkamm-Kaserne“. Bald war die Bundeswehr im neuen Standort gut integriert. Es ergaben sich sehr viele intensive und freundschaftliche gesellschaftliche Kontakte zwischen der Bevölkerung und den Soldaten. Am 9. Juni 1974 wurde der erste Tag der offenen Tür zur weiteren Vertiefung des guten Verhältnisses durchgeführt. Weitere 11sollten noch folgen. Die Garnison entwickelte sich zum größten Arbeitgeber der Marktgemeinde.

1975 wurde die Hahnenkamm-Kaserne um die Reservelazarettgruppe 1011 ( später 7603 ) erweitert. Im Oktober 1980 hielten die Geräteeinheiten PzBtl 564 und JgBtl 662 ( später HschBtl 662 ) sowie im Jahre 1982 das PzBtl 663 ihren Einzug. Im Rahmen der Heeresstruktur 4 (1981) erhielt das PzBtl 303 die Bezeichnung PzBtl 304, die 4./PzGrenBtl 301 ( PzKp ) wurde neu aufgestellt, die PzJgKp 560 nach Bogen im April 1982 verlegt und die 5./NschBtl 210 im September des gleichen Jahres von Ulm nach Heidenheim.

altAufgrund der Reduzierung der Bundeswehr 1991 sollte Heidenheim als Bundeswehrstandort aufgelöst werden. Mit Unterstützung der Bevölkerung und der politischen Repräsentanten kam im September vom Bundesverteidigungsministerium die Entscheidung für den Erhalt der Garnison als Panzerstandort. Die 3./InstBtl 10, 5./InstBtl 10 sowie PzGrenBtl 301 wurden jedoch im September 1992 aufgelöst, die 6./PzBtl 304 ULKp kam neu dazu. Das Jahr 1993 brachte eine weitere große Veränderung im Standort. Das HschBtl 662 verlegte nach Fürth, das PzBtl 284 GerEinh und die 5./PzBtl 304 kamen aus Dornstadt, die PzBtl 564 und 663 GerEinh sowie die 5./NschBtl 210 wurden aufgelöst. Ab 1995 gab es keine eigene StOV mehr. 1997 verlegte die UffzLehrKp 6./PzBtl 304 nach Pfreimd.

Wer glaubte, dass nun der Standort gesichert wäre, wurde im Jahre 2001 eines besseren belehrt. Die PzPiKp 300 verlegte 2003 nach Külsheim und die restlichen Einheiten des Standortes Heidenheim wurden aufgelöst. Ende März 2004 endete damit die über 30jährige Geschichte des ehemals größten Panzerstandortes der Bundeswehr.